Alex Kluge & Freunde

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Schlechteste Silvester-Party aller Zeiten! / Größter Fehlstart in's Jahr 2010!

Ich feierte im Universal-Gebäude Silvester an der Spree ("Mediaspree") und zahlte knapp 50 EUR Eintritt pro Person. Dafür bekam man Softdrinks und Longdrinks - keine Cocktails. Was man nicht bekam bzw. völlig in die Hose ging, erzähle ich im Folgenden.

Erste Baustelle

Die Tickets mussten vorher gekauft werden - es wurden circa 2.500 verkauft. Es gab zwei Eingänge, bei dem man ab 22 Uhr reinkam. Reinkommen war aber nur schnell (unter 30min) durch Vordrängeln möglich; das ist ja normal so weit. Warum dauert es aber so lange, dass man die Tickets entgegennimmt und die Massen reinlässt. Es ging nicht mehr um den Verkauf von Tickets, dennoch wurde auf wichtig getan.

Zweite Baustelle

Weiterhin schaffte man es nicht, in ordentlicher Zeit, seine Jacke abzugeben. Ergebnis: 45 Minuten warten, dann erfahren, dass die Garderobe geschlossen ist und man sich eine andere Stelle suchen muss. Die andere Stelle ist aber ebenfalls hoffnunglos überladen. Ein Gespräch mit dem Veranstalter offenbarte eine Lösung in zehn bis 15 Minuten. Es war jetzt bereits halb Zwölf - 30 minutes to go und meine Jacke hatte ich nach einer Stunde noch immer in der Hand. Auch dass man sich durch enge Klo-Türen quetschen musste, um überhaupt an die Garderobe zu gelangen, war und ist unzumutbar! Failure! In den 50 EUR war der Garderobenpfand von 1 EUR übrigens nicht enthalten.

Dritte Baustelle

Der Veranstalter entscheidet darüber, was man zum Jahreswechsel trinkt?! WAT??? GEHT'S NOCH? Genauso hatte ich es sich zugetragen als wir kurz vor Mitternacht noch ein paar Becher und einer kompletten Sektflasche überbeholfen bekamen. Die Jacke war kurz zuvor - dank frei gewordener Ressourcen - untergebracht. Und ja: Longdrink-Bestellungen wurden abgeschmettert - keine Chance. Kunde war nicht König! Später erklärte mir der Veranstalter, es sei so gewollt, weil alle mit Sekt anstoßen würden! Bähh!!!

Vierte Baustelle

Die Tresenkräfte waren hoffnungslos überfordert. Teilweise aggressiv gingen sie mit den mittlerweile auch wild gewordenen Gästen um. Mit einem Hang zur Arroganz wurde man für die Becherrückgabe ignoriert. Pfui! Auch der Becherpfand von einem Euro war - wie bei der Garderobe - nicht enthalten. Das ist doch Schikane. Darüberhinaus musste man durchschnittlich 30 bis 45 Minuten warten, um überhaupt ranzukommen.

Fünfte Baustelle

Fortbewegen fand ich mindestens so erschwerlich wie die Warterei an der Bar. Insofern verstand ich auch nicht warum sich die wichtig-tuerische Security bemühte, die Glastür als Durchgang zuzulassen. Es war eine Qual!

Alles Baustelle

Die ganze Party war eine Baustelle - das hat man bisher hoffentlich herausgehört. Für 50 EUR hatte ich 5 Drinks genommen, ganz viel Frust aufgebaut, Becher gesammelt und völlig entnervt den Jahreswechsel - trotz schöner Kulisse - an der Warschauer Brücke erlebt. Das Tanzen verweigerte ich, nur Galgenhumor war die einzige Aufheiterung.

Egal, wie sich diese Party im nächsten Jahr nennt. Ganz gewiss werde ich diese Location meiden. Denn immerhin ist es bereits das zweite Mal, dass diese Party floppt. Die Veranstalter hatten nur die Zahlen im Kopf - purer Kommerz, den man der Veranstaltung sichtlich anmerkte. Ob die besagten "75%" wirklich zufrieden waren, wage ich zu bezweifeln.

Ach ja: Die Musik war ganz gut. Doch das fiel bei all dem Jammer kaum in's Gewicht!

- Nächstes Jahr wieder selbst organisiert, bitte!

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Die Wahrheit hinter der Weltklimakonferenz in Kopenhagen 2009

Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass der Ausgang der Weltklimakonferenz in Kopenhangen nicht auf Nicht-Einigkeit der verschiedenen Länder zurückzuführen ist. Jedes Land hatte ja unterschiedliche Reduktionsziele für 2020 - z.B. Neuseeland 40% laut Greenpeace NZ.

Nun bekam ich durch @dustysnow von dem UK Guardian Artikel von Mark Lynas mit. Er war bei den Verhandlungen hinter verschlossenen Türen dabei.

Hier, die wichtigsten Aussagen, die mich kräftig aufhorchen ließen:

The truth is this: China wrecked the talks, intentionally humiliated Barack Obama, and insisted on an awful "deal" so western leaders would walk away carrying the blame. How do I know this? Because I was in the room and saw it happen.

Dann heißt es weiter:

China's strategy was simple: block the open negotiations for two weeks, and then ensure that the closed-door deal made it look as if the west had failed the world's poor once again.

Barack Obama kämpfte in den Verhandlungen, China verneinte nur.

Even George Monbiot, writing in yesterday's Guardian, made the mistake of singly blaming Obama. But I saw Obama fighting desperately to salvage a deal, and the Chinese delegate saying "no", over and over again.

China spielt ein abgekartetes Spiel.

Sudan behaves at the talks as a puppet of China; one of a number of countries that relieves the Chinese delegation of having to fight its battles in open sessions. It was a perfect stitch-up. China gutted the deal behind the scenes, and then left its proxies to savage it in public.

China macht sich lächerlich über die Welt.

What I saw was profoundly shocking. The Chinese premier, Wen Jinbao, did not deign to attend the meetings personally, instead sending a second-tier official in the country's foreign ministry to sit opposite Obama himself. The diplomatic snub was obvious and brutal, as was the practical implication: several times during the session, the world's most powerful heads of state were forced to wait around as the Chinese delegate went off to make telephone calls to his "superiors".

Selbst ungleiche Klimaziele akzeptierte China nicht.

"Why can't we even mention our own targets?" demanded a furious Angela Merkel. [...] The Chinese delegate said no, and I watched, aghast, as Merkel threw up her hands in despair and conceded the point.

Die Last liegt auf den Schultern der Nicht-Entwicklungsländer. Obama und Co. waren unter Druck, das kam China zugute.

Above all, Obama needed to be able to demonstrate to the Senate that he could deliver China in any global climate regulation framework, so conservative senators could not argue that US carbon cuts would further advantage Chinese industry. [...] This further strengthened China's negotiating hand, as did the complete lack of civil society political pressure on either China or India. Campaign groups never blame developing countries for failure; this is an iron rule that is never broken.

China spielt mit uns, aber warum?

The (added: UK-based) analyst (added: George Monbiot), who has attended climate conferences for more than 15 years, concludes that China wants to weaken the climate regulation regime now "in order to avoid the risk that it might be called on to be more ambitious in a few years' time".

Fortsetzung:

This does not mean China is not serious about global warming. It is strong in both the wind and solar industries. But China's growth, and growing global political and economic dominance, is based largely on cheap coal. China knows it is becoming an uncontested superpower; indeed its newfound muscular confidence was on striking display in Copenhagen. Its coal-based economy doubles every decade, and its power increases commensurately. Its leadership will not alter this magic formula unless they absolutely have to.
 
Dazu der Kommentar eines Lesers (mofo1):

All sounds very credible and interesting read. Put yourself in China's shoes - the West has produced 90% of all the carbon perhaps since Industrial Revolution? Now when China is becoming rich, suddenly carbon production is out. Not only that - the reason they are producing so much carbon is because we shipped out our manufacturing out there because their labour costs are so cheap.
You can see their point.

Seinen Artikel schließt Lynas kraftvoll und beänstigend ab:

Copenhagen was much worse than just another bad deal, because it illustrated a profound shift in global geopolitics. This is fast becoming China's century, yet its leadership has displayed that multilateral environmental governance is not only not a priority, but is viewed as a hindrance to the new superpower's freedom of action.

Mein Fazit zu dem Artikel als Tweet-Grafik:

Die passende Antwort von @dustysnow

- Be aware of Chinare

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Weihnachten - schon wieder...

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