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Aktueller Zeitgeist: Multitasking ist out!

Mit diesem Artikel bewerbe ich das Unwort des Jahres 2010: "Social Media Stress".

Nachdem auch schon in den Neunzigern - gerne auch scherzhaft - immer wieder dieses Mehrere-Dinge-Gleichzeitig-Tun thematisiert wurde und es scheinbar bis heute Bestand hat, möchte ich für mich konstatieren, dass mein aktueller Zeitgeist mir mitteilt, dass immersives Konsumieren von Inhalten mir mehr bringt als extensives Serendipity-Klick-und-Konsum-Verhalten. Letzteres ist momentan vor allem verstärkt durch den Twitter-Informationskanal - in Verkörperung von der Software TweetDeck.

Der gestrige FAZ-Artikel "Facebook ist Selbstprostitution" bestätigt diesen Eindruck. Dabei meint der Psychologe Ernst Pöppel im Interview:

Der Mensch kann sich immer nur auf eine Sache konzentrieren. Multitasking ist streng genommen grober Unfug und unmöglich[...].

Weiterhin spricht er davon, seine Ich-Stärke, "nicht auf jede E-Mail sofort zu reagieren, auch wenn es vielleicht erwartet wird.", aufzubauen.

"Solange die Informationen nur durch einen hindurchlaufen", heißt es weiter ", ohne verarbeitet und verankert zu werden, sind sie nichts wert und verursachen ausschließlich Stress. Dann entsteht kein Wissen, alles bleibt blass."

Nun ist es an einem selbst, sich wirklich auf einzelne Sachen zu konzentrieren. Ich gebe zu, Tools wie Instapaper oder LaterLoop helfen, scheinbar mehr Multitasking (oder doch eher Prokrastination?) zu betreiben. Allerdings können sie bei einer immer länger werdenden Liste von Links eben genau den von Professor Pöppel besagten Stress aufkommen lassen. Denn im Hinterkopf schlummert der Gedanke "Das muss ich alles lesen." An diesem Punkt sollte man einfach lernen, "Pfui!" zu sagen.

Interessant ist in dem Kontext, dass man ganz schnell bei GTD - Getting Things Done - landet, ein vor allem US-amerikanisches Modewort, das ein ganze Industrie von Tools und Software auf den Schirm gerufen hat und rufen wird. Es gibt dabei komplexe Web-Tools wie Toodledo oder das schlankere Tool Remember The Milk, was ich bevorzuge. Andererseits stellt "Now Do This" einen schönen Kontrast zu dem allzu vollgestopften Übersichten zuerst genannter Tools dar, das ich empfehle, wenn man gerade wirklich verzweifelt ist und nichts hinbekommt - sei es aus persönlicher Ausgebranntheit oder fehlender Antriebsfeder (Motivation). Die Zeit, in der man sagte, man sei zu beschäftigt (am frühen Anfang des 21. Jahrhunderts), ist genauso old-fashioned wie Multi-Tasking selbst.

Randnotiz: Ob Fashion nun aber das richtige Wort in dem Zusammenhang ist, bleibt fraglich, da dessen Konnotation etwas nur Temporäres (eine Saison, sprich: 4 Monate) impliziert.

Wenn man das viele Beschäftigt-Sein nun nicht mehr in den Griff bekommt und Dinge erledigt, um weitere Dinge erledigen zu können - ich meine nicht Einkaufen gehen oder sowas - dann ist wohl ein "Personal Kanban" die richtige Methode, um festzuhalten, was man täglich oder wöchentlich geschafft hat. Es ist zwar schön, zu arbeiten, fleißig zu sein, gebraucht zu werden und einen Beitrag zur Gesellschaft...ehm...BIP zu leisten. Aber viel schöner ist es, wenn man auf das zurückblicken kann, was man bereits geschafft hat, ohne dabei allzu nostalgisch, schwelgerisch oder selbstschwärmerisch zu werden.

PS: Just als ich diesen Artikel verfasste, sah ich in meiner Inbox eine neue Mail eintrudeln. Und richtig: Ich habe mich dazu hinreißen lassen, sie zu lesen. Dennoch werde ich nicht sofort antworten und zunächst den hiesigen Artikel zu Ende schreiben. *ohh* das Handy klingelt - rangehen? Die Antwort: Ja, ich bin rangegangen. Aber nur, weil ich zuvor angeklingelt hatte und ich selbst etwas von der Person wissen wollte.

Fazit

Was ich aus diesen Gedankenspielen lerne, ist, sich auf die Zeit weit weg vom Informationszeitalter zu besinnen. Früher waren die Menschen genauso intelligent wie heute, nur hatten sie damals das Glück, "echter" (also weniger abstrakt) leben zu müssen. Mein Kopfkino zeigt mir einen in seiner Holzhütte sitzenden Dichter, der, mit einem Glas Rotwein in der Hand aus seinem Fenster der Dämmerung entgegenblickend, seine Verse schreibt.

Merke: Bücher sind wohl das Heilmittel der Informationskranken, und dann eben kein digitales aus dem iPad, sondern ein gedrucktes Werk. Denn damit kann man garantiert nur so viel Tasking betreiben wie das Buch zulässt.

- In dem Sinne, ein fröhliches Schaffen!

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Bemerkenswertes Web! Heute: Tom Schimana

Aufmerksam geworden durch eine Impuls-Suche bei Google nach "twitter mac osx" bin ich auf die Webseiten von Tom Schimana. Neben seinem Twitter-Client bietet der gute Herr einen Linux Einsteigerkurs und eine redundanzfreie Software-Sammlung von Mac & iPhone Software, die er selbst auf Ihren Nutzen und Zweck testet.

Die Sammlung gibt Inspirationen für Mac-Neulinge und bestätigt meiner Meinung nach gut, welche Software sinnvoll ist. Dabei kann ich mit etwa zweieinhalb Jahren OSX-Erfahrung aufwarten - was genügen sollte, um so etwas beurteilen zu können. Nichtsdestotrotz fand ich noch einige Spezialanwendungen, so z.B. Explicit oder Copernicus. Ersteres splittet Videodatien, letzteres assistiert bei Screenshots und -casts.

Interessant ist vor allem die Liste "Switched" für Umsteiger von Windows. Ich bin mir sicher, dass ich sie vor vielen Monaten mindestens einmal beim Wickel hatte. Immerhin bezeichnet der gute Tom sie als "Standardwerk", die jeder kennen sollte.

Doch alle guten Dinge sind drei. So ist's dann auch mit der Rubrik "Stressfreie Produktivität", die als dritter Zacken der Krone in bislang fünf Teilen Anregungen zum stressbefreiten Alltag gibt. Besonders das Notieren von Gedanken, die mir persönlich vor dem Schlafen sehr häufig kommen und mich nicht schlafen lassen, ist ein gutes Beispiel zum Befreien und Entlasten des Hirns, das Tom bereits im ersten Teil beschreibt. Spannend ist dann auch der Abschnitt "Mein persönliches System zur Verwaltung meiner Aufgaben", bei dem er beschreibt welche Tools er nutzt on- und offline nutzt (i.e. iPhone, Toodledo, Moleskine).

Der erste Eindruck bescheinigt mir, dass hier praxisnahe Ausführungen ihren Weg in den wirklich lesenswerten Blog finden. Beinahe merkt man nicht, dass es sich bei den großen Rubriken nur um besonders hervorgehobene Sammlungen von Blogartikeln handelt. Doch die Erkenntnis schmälert den Eindruck der Webseite in keiner Weise!

Optisch macht die Seite eine gute Figur. Schwarz-Weiß-Kontraste sind dominant. Akzentuiert wird das Farbspiel mit Orange, das auch als Highlight-Farbe fungiert. Beeindruckend - wenn auch wahrscheinlich nur temporär - ist auch die scheinbar schwebende und dominante "Relaunch-Grafik", die man auch im Artikeleingang betrachten konnte.

Fazit: Wer Tom und seine Seite nicht kennt, sollte dies nachholen. So viel Praktisches (auch für den Alltag) findet man sonst nur bei Lifehacker oder Konsorten.

Tom heißt mit bürgerlichem Namen Thomas Schimana und ist wie er selbst sagt "seit vielen Jahren in der IT Branche tätig". Er interessiert sich "vor allem für IT-Management, Kommunikation und Selbstmanagement". Er ist über Facebook, Twitter, Flickr oder E-Mail zahlreich kontaktierbar.

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