
Nachdem im ersten Artikel dieser Reihe die theoretischen Grundlagen in Form von zeitgemäßen Definitionen gebildet wurden, soll nun betrachtet werden, wie die Bauhaus-Studenten ausgebildet wurden und inwiefern daraus ein praktischer Lehrplan für heutige Webdesigner im Social Media erstellt werden kann.
Hinweis: Der Wechsel aus theoretischen und praktischen Artikeln soll für die weiteren Veröffentlichungen dieser Reihe beibehalten werden.
Bauhaus kurz erklärt
Bevor auf das Bauhaus-Programm eingegangen wird, soll als Nachtrag zum ersten Artikel dieses Video der ARTE-Sendung »Karambolage« vom 23.01.2011 angeführt werden. Es erzählt sehr kurzweilig die Geschichte vom Bauhaus.
Das Bauhaus-Programm
Grundsätzlich war das Studium in drei Abschnitte aufgeteilt:
- Vorlehre
- Werklehre (Werkstatt)
- Baulehre
Zum Vergleich, Bachelor-Studiengänge sind heutzutage gegliedert in:
- Basisjahr
- Spezialisierungsjahr
- Vertiefungsjahr
Im »antiakademischen« Bauhaus-Studium wurden die Professoren »Formmeister« (Künstler) genannt. Ihnen stand jeweils ein »Werkmeister« (Handwerker), der die Grundlagen des Handwerks beherrschte, zur Seite. Die Studenten wurden »Gesellen« genannt.
Charakteristika
(ergänzend zur Bauhaus-Definition des ersten Artikels)
- Keine einheitliche Lehre (wegen unterschiedlicher Unterrichtsmethoden)
- Einheit von Kunst und Praxis
- »Kunst ist nicht lehrbar«
- Lehre von Architektur, Design und Kunst
- Ausbildung universal denkender und ganzheitlich orientierter Gestalter in Architektur, Handwerk und Industrie
- Antiakademisch
- Avantgardistisch
- Reformistisch bzgl. der künstlerischen Arbeit
- Undogmatisch (Kandinsky)
- Nicht rational (Klee), rational (Gropius)
- Handwerk (Bau) als Grundlage für die Ausbildung von Künstlern
- Ökonomischer Material- und Arbeitseinsatz
- Statt Arbeitsmethoden vorzugeben, sollte gefunden und erfunden werden (Albers)
- Intuition im Schaffensprozess (Moholy-Nagy)
- Produkte waren funktionell, praktisch, billig, schön (Gropius)
Vorlehre
Im ersten halben Jahr wurde der Umgang mit Materialien, Farben, Formen, Kompositionen und die entsprechenden Eigenschaften beigebracht. Johannes Itten, als Entwickler dieses Kurses, stellte dabei das Erkennen und Gestalten von Kontrasten in Bezug zu Formen und Materialien in den Fokus.
Nachdem Itten ausschied, übernahm Moholy-Nagy den theoretischen Teil der Vorlehre, Albers die praktisch orientierte Arbeit. Moholy-Nagy betonte in seiner Arbeit immer auch den intuitiven Teil bei der Gestaltungsarbeit - dieser Aspekt wurde als Eigenschaft von Design bereits im ersten Artikel genannt.
Werklehre
Josef Albers und Moholy-Nagy zeigten sich verantwortlich für die Werkarbeit, in der direkt in den Werkstätten mit Holz, Stein, Ton, Glas, Farbe, Gewebe (Stoff) und Metall gearbeitet wurde.
Aufgrund der ganz eigenen pädagogischen Ausrichtung des Bauhaus war es den Studenten überlassen, selbst Lösungsansätze zu suchen, zu finden und auch zu erfinden. Ziel - besonders Albers - war es, dass sie selbst ihre Neigung und Eignung finden.
Zu den damaligen Werkstätten zählten:
- Metallwerkstatt
- Werkstatt für Weberei
- Keramische Werkstatt
- Möbelwerkstatt
- Werkstatt für Typographie und Reklame
- Werkstatt für Wandmalerei
Baulehre
In der Baulehre stand der tatsächliche architektonische Bau im Fokus. Wie im Manifest von 1919 (Walter Gropius) verlautbart, sei das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit der Bau. Es verwundert dabei nicht, dass das Bauhaus nur von Architekten geführt wurde: Walter Gropius, Hannes Meyer, Ludwig Mies van der Rohe.
Unter der Leitung von Gropius wurden zunächst Bauprojekte in dessen Büro realisiert. Ab 1927 etablierte Hannes Meyer eine eigene Bauabteilung zur dedizierten Architektenausbildung, dessen Grundlage die Bedürfnisse der Nutzer bildeten. Unter Ludwig Mies van der Rohe wurden ab 1930 zunehmend die ästhetischen Aspekte in den Fokus gesetzt.
Da alle drei in ihrer leitenden Position unterschiedliche Auffassungen vom Bau hatten, war die Ausbildung heterogen strukturiert und individuell durch den jeweiligen Meister geprägt.
Auch wenn laut Gropius Kunst allein »nicht lehrbar« sei, so war es eben die Mischung aus handwerklicher und künstlerischer Betrachtung, die die Lehre prägte. Das Handwerk konnte sehr wohl erlernt werden. Nur wer diese solide Handwerksausbildung genoss, konnte auch ein Künstler sein. Gropius verstand Letzteren als »Steigerung des Handwerkers«.
Weitere Disziplinen
Neben der Baukunst waren die Malerei, Grafik, Plastik, Bühnenabteilung und Fotografie zwar nicht elementare, aber nennenswerte Einflüsse für das Bauhaus.
Fotografie
Vor allem Lucia Moholy (Frau von Moholy-Nagy) ist zu verdanken, dass die Fotografie im späteren Bauhaus eine gewichtigere Rolle einnahm. Sie dokumentierte die Werkstattprodukte, Architektur und Innenräume, sowie Lehrer und Studierende.
Unter Hannes Meyers wurde 1929 schließlich eine eigene Fotografie-Klasse in Dessau etabliert, woraus sich eine lebendige Fotografie-Szene entwickelte.
Das Bauhaus-Programm für Webdesigner
Im Folgenden soll auf dem Bauhaus-Programm aufsetzend ein Curriculum erstellt werden, was in die heutige Zeit passt und für angehende Webdesigner ausgerichtet ist.

Wenn möglich wurde sich bei der Namenswahl der Kurse an den Begriffen der Webindustrie orientiert, um einen praktischen Bezug darzustellen. Wie auch der erste und alle folgenden Artikel versteht sich diese Reihe als etwas, was laut gedacht wird. Insofern lade ich die Leser dieser Reihe herzlich ein, strittige oder unklare Punkte anzusprechen und ggf. zu korrigieren bzw. zu differenzieren.
Die Gliederung des Studiums in drei Abschnitte macht auch hierbei Sinn - dazu kommen zwei weitere Abschnitte, die vergleichbar mit dem heutigen Master-Programm sind.
Sie sollen in diesem Kontext folgendermaßen heißen:
- Grundlagen
- Elemente
- Anwendungen
- Spezialisierung
- Meister
Es handelt sich hierbei um »Arbeitsbegriffe«, die nach späterer Betrachtung geändert werden können. Sie klingen bewusst nicht fachspezifisch.
Inspiriert wurde die Kursauswahl von den Studiengängen »Internationale Medieninformatik« (HTW Berlin), »Kommunikationsdesign« (HTW Berlin) »Interface Design« (FH Potsdam), sowie den »Elements of User Experience« von Jesse James Garrett und der Wikipedia.
Grundlagen (1. und 2. Semester)
In der Grundlagenlehre soll ein allgemeines Verständnis für den künftigen Arbeitsplatz des Webdesigners generiert werden. Die Kurse werden im Wechsel von frontalem Input der »Meister« und anschließenden Diskussionen der »Web-Gesellen« in Gruppen untereinander geführt. Jeder Gruppe steht dabei ein Meister zur Verfügung. Aus der Diskussion hält er sich aber weitgehend zurück; er fungiert nur als Impulsgeber.

Zu jedem Kurs wird einschlägige Literatur im digitalen Format (.PDF, .EPUB, .MOBI) angeboten. Dabei wird jedem Gesellen wahlweise ein Amazon Kindle oder ein Apple iPad zur Verfügung gestellt.
Die Kurse lauten:
- »Webentwicklung I«
- »Farbe und Form«
- »Fläche und Struktur«
- »Körper«
- »Medientheoretisches und technisches Verständnis von Internet und Web«
- »Designtheorie«
- »Kunst-, Kultur- und Designgeschichte«
- »Soziale und technische Netzwerke«
- »Design Business«
- »Digitale Datenbanken«
- »Handwerkliche Gestaltung«
- »Digitale Gestaltung«
- »Interdisziplinäre Semesterprojekte I«
- »Freies Gestalten I«
- »1. Fremdsprache«
Kurs »Webentwicklung I«
Inhalt
- HTML, CSS
- Best Practices, Webstandards
Ziele / Lernergebnisse
- Verständnis der Trennung von Struktur, Layout / Ästhetik, Verhalten / Logik
- Entwicklung einer kleinen Webseite
Literatur
Kurs »Farbe und Form«
Inhalt
- Farbwahrnehmung, -psychologie
- Farbmodelle, -räume, -terminologie
- Gestaltpsychologie
Ziele / Lernergebnisse
- Sensibilisierung der visuellen Wahrnehmung
- Zusammenhänge von Wahrnehmung und Gestaltung begreifen
Literatur
Kurs »Fläche und Struktur«
Inhalt
- Oberflächengestaltung
- Raumgestaltung
- Harmonielehre
Ziele / Lernergebnisse
- Zusammenhänge von Wahrnehmung und Gestaltung begreifen
Literatur
Kurs »Körper«
Inhalt
- Übungen mit Naturformen
- Formaufbau und -übergänge
Ziele / Lernergebnisse
- Verbesserte räumliche Wahrnehmung
- Gefühl für Formen und Formentwicklung
Literatur
Kurs »Medientheoretisches und technisches Verständnis von Internet und Web«
Inhalt
- Einblick in die Begriffswelt und theoretischen Grundlagen der Medien
- Kulturgeschichtliche Entstehung der (Neuen) Medien
- Technische Entwicklung der (Neuen) Medien
- Die Veränderungen durch Internet und Web (Social Media)
Ziele / Lernergebnisse
- Ganzheitliches Verständnis für Medien im jeweiligen Kontext
Literatur
Kurs »Designtheorie«
Inhalt
- Designgrundlagen
- Semiotik
- Designprozesse (u.a. Design Thinking)
Ziele / Lernergebnisse
- Verständnis von Design als umfassende und interdisziplinäre Disziplin
Literatur
Kurs »Kunst-, Kultur- und Designgeschichte«
Inhalt
- Grundprinzipien des Gestaltens (Komposition, Proportionslehre, Perspektive, Rhythmus)
- Kritische Werkbetrachtungen im etwaigen Kontext
Ziele / Lernergebnisse
- Wahrnehmung und Beschreibung von Kunstwerken
- Verständnis für die visuelle Grammatik
Literatur
Kurs »Soziale und technische Netzwerke«
Inhalt
- Mashup-Kultur
- Einführung in kommunikative Netzwerke im Internet (Usenet, Newsgroups, IRC, Chat,...)
- Social Media
Ziele / Lernergebnisse
- Verständnis von kollaborativer Zusammenarbeit im Web 2.0
- Verständnis der Remix-Kultur
- Einfache Programmierung einer Mashup-Anwendung
Literatur
Kurs »Design Business«
Inhalt
- Betriebswirtschaft
- Medienmärkte
- Marketing
- Medienindustrie
- Geschäftsmodelle
- Unternehmensgründung
- Ideen- und Innovationsmanagement
Ziele / Lernergebnisse
- Aufbau eines eigenen Medienprojekts (in Zusammenarbeit mit der Industrie)
Literatur:
Kurs »Digitale Datenbanken«
Inhalt
- Datenbankmodellierung
- Aufbau von Datenbanksystemen
- Generierung von dynamischen Inhalten aus Datenbanken
- Verständnis von Datenschutz und -sicherheit im Kontext von Datenbanksystemen
Ziele / Lernergebnisse
- Programmierung von einfachen Datenbankanwendungen
Literatur
Kurs »Handwerkliche Gestaltung«
Inhalt
- Prinzipien (Best Practices) des Bauhaus
Ziele / Lernergebnisse
- Verbesserte Fähigkeit, reale Objekte besser digital abbilden zu können (Mapping)
- Praxisprojekt zur rudimentären Verbindung von analoger zur digitalen Welt
Literatur
Kurs »Digitale Gestaltung«
Inhalt
- Farbsysteme und -wiedergabe, Color Management
- Kalibrierung von Scannern, Monitoren und Druckern
- Dateneingabe
- Umgang mit Profilen
- Arbeiten mit Farben
Ziele / Lernergebnisse
- Sensibilisierung für Farbmanagement im digitalen Bereich
Literatur
Kurs »Interdisziplinäre Semesterprojekte I«
Inhalt
- In Zusammenarbeit mit anderen Studiengängen werden interdisziplinäre Projekte absolviert
Ziele / Lernergebnisse
- Weitsichtigkeit des eigenen Studiums erhöhen
- Soziale Herausforderung, Kompromisse zu schließen
- Ansätze von Projektmanagement entwickeln
Literatur
Kurs »Freies Gestalten I«
Inhalt
- Studienunabhängiges Selbststudium ohne Benotung
- Google‘s »Innovation Time Off«
Ziele / Lernergebnisse
- Eigene, persönliche Projekte umsetzen lernen, auch wenn der Job kaum Zeit dafür lässt
Literatur
Kurs »1. Fremdsprache«
Inhalt
- Auswahl aus Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch
Ziele / Lernergebnisse
Literatur
Elemente (3. und 4. Semester)
Im zweiten Abschnitt soll die recht breit ausgelegte Marschroute des ersten Abschnitts fortgeführt werden. Neben der anspruchsvolleren Realisierung eines webbasierten Projekts werden Inspirationen aus angrenzenden Disziplinen hinzugezogen. Der interdisziplinäre Anspruch des Studiums soll damit noch klarer werden.

Die Kurse lauten:
- »Webentwicklung II«
- »Designkonzeption«
- »Designtechnologie«
- »Industrial Design«
- »Raum- und Ausstellungsdesign«
- »Grafikdesign«
- »Typografie«
- »Illustration«
- »Corporate Identity (CI)«
- »Multimedia«
- »Fotografie«
- »Architektur«
- »Interdisziplinäre Semesterprojekte II«
- »Freies Gestalten II«
- »2. Fremdsprache«
Kurs »Webentwicklung II«
Inhalt
- CMS: WordPress, Drupal
- JavaScript und JavaScript-Frameworks (jQuery)
- PHP, MySQL
- Design Patterns
Ziele / Lernergebnisse
- Verständnis für objektorientierte Programmierung (OOP)
- Verständnis des MVC-Paradigmas
- Entwicklung einer kleinen CMS-gestützten Webanwendung
Literatur
Kurs »Designkonzeption«
Inhalt
- Statt dem »research-develop-produce«-Modell wird dem »observe-understand-interpret«-Modell nachgegangen
Ziele / Lernergebnisse
- Schrittweise erarbeitetes Semesterprojekt
- Design als Werkzeug zum Hinterfragen und In-Frage-stellen zu benutzen lernen
Literatur
Kurs »Designtechnologie«
Inhalt
- Design und Technologie
- Fertigungstechniken
Ziele / Lernergebnisse
- Sinnvoller Einsatz von technischen Herstellungsverfahren im Herausforderungsspielraum von Design
Literatur
Kurs »Industrial Design«
Inhalt
- Produktdesign
- Zusammenarbeit mit der Industrie
Ziele / Lernergebnisse
- Fertiger Prototyp eines analogen oder digitalen Produkts
Literatur
Kurs »Raum- und Ausstellungsdesign«
Inhalt
- Konzeption und Entwurf für eine Ausstellung in einem Museum
Ziele / Lernergebnisse
- Verständnis für den Ausstellungsdesign-Prozess im großen Raum
Literatur
Kurs »Grafikdesign«
Inhalt
- Visuelle Kommunikation
- Universal Design
Ziele / Lernergebnisse
- Schaffung eines selbsterklärenden Systems mit Mitteln des Grafikdesigns
Literatur
Kurs »Typografie«
Inhalt
- Geschichte der Typografie
- Mikrotypografie
- Makrotypografie
- Maßeinheiten
- Terminologie
Ziele / Lernergebnisse
- Übungen und Herausforderungen bei der Schriftsetzung kennenlernen
Literatur
Kurs »Illustration«
Inhalt
- Wechselwirkung von Bild und Text (inhaltlich und visuell (Typographie))
Ziele / Lernergebnisse
- Eigenes Projekt (Comic, Kinderbuch, Kalender,...) im individuellen Stil
Literatur
Kurs »Corporate Identity (CI)«
Inhalt
- Grundlagen des »Corporate Something«
Ziele / Lernergebnisse
- Kommunikationskonzepte
- Öffentliche Erscheinungsbilder
Literatur
Kurs »Multimedia«
Inhalt
- Einführung in die Konzeption und Gestaltung dynamischer Multimedia-Formate
- Vermittlung von produktions-, materialtechnischer und logistischer Kompetenz in der Entwicklung von zeitbasierten Medienprodukten
Ziele / Lernergebnisse
- Kleines Multimedia-Projekt
Literatur
Kurs »Fotografie«
Inhalt
- Grundsätze der Komposition und deren Wirkung
- Lichtsetzung
- Brennweiten
- Fotografie in kommerzieller und kultureller Sicht
Ziele / Lernergebnisse
- Erstellung einer Fotomappe
Literatur
Kurs »Architektur«
Inhalt
- Verständnis für planvolles Entwerfen und Gestalten von Bauwerken
Ziele / Lernergebnisse
- Konzept zur architektonischen Erweiterung des Uni-Campus
Literatur
Kurs »Interdisziplinäre Semesterprojekte II«
Inhalt
- In Zusammenarbeit mit anderen Studiengängen werden interdisziplinäre Projekte absolviert
Ziele / Lernergebnisse
- Weitsichtigkeit des eigenen Studiums erhöhen
- Soziale Herausforderung, Kompromisse zu schließen
- Wirtschaftliche Aspekte verstärkt miteinbeziehen
- Vertiefung der Projektmanagement-Skills
Literatur
Kurs »Freies Gestalten II«
Inhalt
- Studienunabhängiges Selbststudium ohne Benotung
- Waldorfpädagogik
Ziele / Lernergebnisse
- Selbstverwaltetes Lernen begreifen
Literatur
Kurs »2. Fremdsprache«
Inhalt
- Auswahl aus Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch
Ziele / Lernergebnisse
Literatur
Anwendungen (5. und 6. Semester)
Nachdem mögliche Einflüsse und Elemente für das Webdesign aus dem letzten Abschnitt bekannt sind, soll nun Kraft und Zeit direkt in die Erschaffung einer User Experience gesteckt werden. Dabei wird sich intensiv mit den Disziplinen des UX-Design auseinandergesetzt.

Die Kurse lauten:
- »Webentwicklung III«
- »User-Centered Design (UCD)«
- »User-Experience (UX)«
- »Human Computer Interaction (HCI)«
- »Interaction Design (IxD)«
- »Information Architecture (IA)«
- »Information Design«
- »Interface Design (ID)«
- »Navigation Design«
- »Freies Gestalten III«
- »Interdisziplinäre Semesterprojekte III«
- »3. Fremdsprache«
- »1. Abschlussarbeit zum Web-Meister«
Kurs »Webentwicklung III«
Inhalt
- Ruby on Rails (Ruby)
- Django (Python)
- Agile Software-Entwicklung (Scrum)
Ziele / Lernergebnisse
- Entwicklung einer mittelgroßen Webanwendung
Literatur
Kurs »User-Centered Design (UCD)«
Inhalt
- Konzepte der nutzerzentrierten Gestaltung (Usability)
- Aspekte des Usability Engineering
- Aspekte der Accessibility (Universal Usability)
- Best Practices von Norman & Nielsen
- Prinzip des »Don‘t Make Me Think«
Ziele / Lernergebnisse
- Verständnis als Querschnittsthema mit universellem Anspruch
- Verständnis der Wichtigkeit von gebrauchstauglichem Design
Literatur
Kurs »User-Experience (UX)«
Inhalt
- Viel Buzz, dennoch viel Substanz dahinter!
- Storytelling im UX-Design
- Rolle von Usability in UX
- Wichtigkeit von User-Centered Design (UCD)
Ziele / Lernergebnisse
- Realwelt-Webanwendung unter Berücksichtigung von UX-Aspekten
Literatur
Kurs »Human Computer Interaction (HCI)«
Inhalt
- Entwurf von Konzepten für interaktive Anwendungen
Ziele / Lernergebnisse
- Intensiv-Interaktive Webanwendung
Literatur
Kurs »Interaction Design (IxD)«
Inhalt
- Spezialdisziplin des UX-Design
- Interaktionsgestaltung
- Tangible User Interfaces (TUI)
- Nutzerinteraktion im Zentrum (Dialog von Mensch und Maschine)
- Abgrenzung zu Interface Design und UX-Design
Ziele / Lernergebnisse
- Animierte Prototypen mit stark kommunikativem Charakter
- Interaktionsstudien
- Fallstudien
Literatur
Kurs »Information Architecture (IA)«
Inhalt
- Spezialdisziplin des UX-Design
- Konzeption und Strukturierung von Informationssystemen
Ziele / Lernergebnisse
- Strukturierung von komplexen Informationszusammenhängen unter didaktischen, logischen und ergonomischen Gesichtspunkten
Literatur
Kurs »Information Design«
Inhalt
- Spezialdisziplin des UX-Design
- Aufbereitung von Informationen zur effektiven und effizienten Endnutzung
- „Informationsdesign ist die Kunst, Informationen so aufzubereiten, dass sie von Menschen effizient (wirtschaftlich) und effektiv (wirkungsvoll) genutzt werden können.“ Robert E. Horn
Ziele / Lernergebnisse
- Verständnis für das Information-Mapping laut Robert E. Horn
Literatur
Kurs »Interface Design (ID)«
Inhalt
- Spezialdisziplin des Interaction Design und UX-Design
- Grafische Gestaltung von Benutzeroberflächen zwischen Mensch und Maschine
Ziele / Lernergebnisse
- Experimente zu neuartigen Interfaces
Literatur
Kurs »Navigation Design«
Inhalt
- Spezialdisziplin des Interaction Design und UX-Design
Ziele / Lernergebnisse
- Interaktive Navigationsmodelle in narrativen und sequentiellen Kontexten
Literatur
Kurs »Freies Gestalten III«
Inhalt
- Studienunabhängiges Selbststudium ohne Benotung
- Entwicklung und Präsentation einer eigenen Gestaltungsphilosophie
Ziele / Lernergebnisse
- Mappe zur eigenen Gestaltungsphilosophie
Literatur
Kurs »Interdisziplinäre Semesterprojekte III«
Inhalt
- In Zusammenarbeit mit anderen Studiengängen werden interdisziplinäre Projekte absolviert
Ziele / Lernergebnisse
- Weitsichtigkeit des eigenen Studiums erhöhen
- Soziale Herausforderung, Kompromisse zu schließen
- Ökologische Aspekte verstärkt miteinbeziehen
- Weitere Vertiefung der Projektmanagement-Skills
Literatur
Kurs »3. Fremdsprache«
Inhalt
- Auswahl aus Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch
Ziele / Lernergebnisse
Literatur
Kurs »1. Abschlussarbeit zum Web-Meister«
Inhalt
- Vorschläge von den Meistern oder eigene Ideen
Ziele / Lernergebnisse
- Nachweis, bestimmte Themen und Aufgaben selbständig erfolgreich zu bearbeiten
- Anwendung von wissenschaftlich fundierter Arbeit
- Aufweisen von praktischen Kenntnissen zur Lösung eines Problems
Literatur
Spezialisierung (7. und 8. Semester)
Es wird thematisch spezieller und interessanter. Es geht darum, die zuvor gewonnenen Erkenntnisse nun in komplexen Kontexten zur Anwendung zu bringen. Dabei stehen Trends, innovative Herangehensweisen und Aspekte der Nachhaltigkeit im Vordergrund.

Die Kurse lauten:
- »Webentwicklung IV«
- »Trends & Innovationen«
- »Semantic Web«
- »Data Mining«
- »Designmanagement«
- »Umweltdesign«
- »Interdisziplinäre Semesterprojekte IV«
- »Freies Gestalten IV«
- »Vertiefung einer Fremdsprache I«
Kurs »Webentwicklung IV«
Inhalt
- Mobile Computing
- Cloud Computing
- Web Services
- APIs
- Twitter als Vorbild
Ziele / Lernergebnisse
- Prototypischer Aufbau einer Cloud-basierten Webapplikation mit API-Anbindung für spätere Erweiterungen Externer
Literatur
Kurs »Trends & Innovationen«
Inhalt
- Trendforschung
- Innovationsentwicklung
- Beispiele: Touch, Ubiquitous Computing
Ziele / Lernergebnisse
- Iteratives und strategisches Entwickeln von Innovationen
- Verständnis des Innovationsmangement
Literatur
Kurs »Semantic Web«
Inhalt
- Techniken
- Werkzeuge
- Meta-Informationen
- Verknüpfung von Informationen
- »Web 3.0«
Ziele / Lernergebnisse
- Verständnis, dass Informationen nicht als Selbstzweck dienlich sind
Literatur
Kurs »Data Mining«
Inhalt
- Systematisches Anwenden von statistischen Methoden zur Mustererkennung
- Data-Mini-Prozesse
- Datenaufbereitung
- Datenaggregation
- Anwendungsgebiete (z.B. Recommendation Engines)
Ziele / Lernergebnisse
- Verständnis für die komplexen Prozesse im Data-Mining
Literatur
Kurs »Designmanagement«
Inhalt
- Wirkungsbereiche (Produkt, Information, Umgebung)
- Beispiel: Design Thinking
Ziele / Lernergebnisse
- Verständnis für Designmanagement als essentielle Aktivität auf allen Ebenen unternehmerischen Handelns
Literatur
Kurs »Umweltdesign«
Inhalt
- Innovatives Trendthema
- Umwelt, Umwelterhaltung und -prävention als zentraler Startpunkt
Ziele / Lernergebnisse
- Nachhaltiges Projekt im Ausland in Anwendung von Design Thinking
- Öffentlichkeitswirksame Aufbereitung und Präsentation des Themas
- Verständnis für Umweltaspekte entwickeln
Literatur
Kurs »Interdisziplinäre Semesterprojekte IV«
Inhalt
- In Zusammenarbeit mit anderen Studiengängen werden interdisziplinäre Projekte absolviert
Ziele / Lernergebnisse
- Weitsichtigkeit des eigenen Studiums erhöhen
- Soziale Herausforderung, Kompromisse zu schließen
- Aspekte der interkulturellen Kompetenz verstärkt miteinbeziehen
- Etablierung eines eigenen Projektmanagement-Stils
Literatur
Kurs »Freies Gestalten IV«
Inhalt
- Studienunabhängiges Selbststudium ohne Benotung
- Markenaufbau
- Marketing
- Corporate Identity
- Business
- Sustainable Entrepreneurship
Ziele / Lernergebnisse
- Etablierung einer eigenen nachhaltigen Markenidentität
Literatur
Kurs »Vertiefung einer Fremdsprache I«
Inhalt
- Auswahl einer zuvor im Studium gewählten Sprache oder einer anderen Sprache, für die Leistungsnachweise vorliegen
Ziele / Lernergebnisse
Literatur
Meister (9. und 10. Semester)
Es bedeutet einiges sich Meister im Bereich des Webdesign nennen zu dürfen. Insofern soll in den abschließenden zwei Semester vor allem globales Denken, weltweite Zusammenarbeit und Barrierefreiheit im Vordergrund stehen.

Ein »Web-Meister« beweist detektivischen Spürsinn und soziales Feingefühl. Er weiß wovon er spricht und kann dies auch mehrsprachig im Projekt-Kontext kommunizieren. Vor allem die interdisziplinären Semesterprojekte dieses Abschnitts erfordern intensive Zusammenarbeit - wesentlich betonter als den Semestern zuvor.
In der 2. Abschlussarbeit wird in einer Fremdsprache gezeigt, wie lösungsorientiert gearbeitet wird und ob eine Lösung im Kontext der jeweiligen Fragestellung möglicherweise überhaupt Not tut. Es wird das reflektierte Verhalten und die Schlussfolgerungskompetenz betrachtet. Unter Einhaltung wissenschaftlicher Paradigmen wird ein Abschlusswerk entstehen, das stets dem Anspruch gerecht werden muss, qualitativ seines Gleichen zu suchen.
Die Kurse lauten:
- »Interdisziplinäre Semesterprojekte V«
- »Freies Gestalten V«
- »Vertiefung einer Fremdsprache II«
- »2. Abschlussarbeit zum Web-Meister«
Kurs »Interdisziplinäre Semesterprojekte V«
Inhalt
- In Zusammenarbeit mit anderen Studiengängen werden interdisziplinäre Projekte absolviert
- Kulturelle Barrieren, Barrierefreiheit
- Interkulturelle Kommunikation
Ziele / Lernergebnisse
- Weitsichtigkeit des eigenen Studiums erhöhen
- Soziale Herausforderung, Kompromisse zu schließen
- Globale Aspekte verstärkt miteinbeziehen
- Global verteiltes Groß-Projekt
Literatur
Kurs »Freies Gestalten V«
Inhalt
- Studienunabhängiges Selbststudium ohne Benotung
- Bearbeitung eines Themas, das emotional die stärksten Gefühle weckt (Angst, Hass, Intoleranz, Mut, Wut, Feindseligkeit, Liebe, Trauer, Schmerz, Verlust, Freude, Gewinn, Zusammenarbeit, Kommunikation,...)
Ziele / Lernergebnisse
- Analoge oder digitale Aufbereitung eines eigenen Themas
Literatur
Kurs »Vertiefung einer Fremdsprache II«
Inhalt
- Auswahl einer zuvor im Studium gewählten Sprache oder einer anderen Sprache, für die Leistungsnachweise vorliegen
Ziele / Lernergebnisse
Literatur
Kurs »2. Abschlussarbeit zum Web-Meister«
Inhalt
- Vorschläge von den Meistern oder eigene Ideen
Ziele / Lernergebnisse
- Nachweis, bestimmte Themen und Aufgaben selbständig erfolgreich zu bearbeiten
- Anwendung von wissenschaftlich fundierter Arbeit
- Aufweisen von praktischen Kenntnissen zur Lösung eines Problems
Literatur
Fazit
Es gestaltet sich als recht komplexe Arbeit, einen Lehrplan zu gestalten. Obige Version stellt einen Versuch dar, das abzudecken, was heutzutage einen Webdesigner auszeichnet. Vor allem der interdisziplinäre Anspruch soll verstanden werden, sowie das Zusammenspiel von Technik und Design.
Ausblick
Das Bauhaus sollte nun inhaltlich verstanden und erfasst worden sein. Deshalb soll es im nächsten Artikel um eine Denkweise gehen, die im Bauhaus typisch war: die schöpferische Kraft des einen besonderen Künstlers.
Dass dies teilweise nicht mehr zeitgemäß ist, soll das ganzheitliche Modell des »Design Thinking« beweisen. Das individuelle Expertentum wird der kollektiven Macht der Masse gegenübergestellt. Darüber hinaus wird versucht zu eruieren, inwiefern Offline-Prozesse (wie das Bauhaus) durch Social Media (Design) bereichert werden können.
Quellen