Warum Frauenfußball so attraktiv geworden ist

Playboy-frauenfu_ba_3044826

Sacha Höchstetter für den Playboy Juli 2011

Vom letzten Auftritt der Frauen im Spiel gegen die Norwegerinnen war ich schon ziemlich beeindruckt. Deshalb möchte ich basierend auf dieser Erfahrung die Debatte über »Männerfußball vs. Frauenfußball« für mich selbst beantworten und auflösen.

Bildschirmfoto_2011-06-24_um_07

Das ist mir positiv aufgefallen:

  • Die Frauen sind schneller geworden.
  • Professionalität ist anzusehen.
  • Sie sind bissiger geworden.
  • Die jungen Spielerinnen machen wie auch bei den Männern den Unterschied - wahrscheinlich der guten Nachwuchsarbeit geschuldet.
  • Die Frauen sind ungemein erfolgreich.
  • Die Entwicklung im Frauenfußball ist enorm.
  • Zuschauen macht Spaß und steckt an.
  • Die Abwechslung macht's - im Sinne von Gleichberechtigung u.ä. ist es nur konsequent, dass auch Frauen diesem Sport frönen.
  • Wir (Männer) können von den Frauen lernen.

Schneller geworden

Das gesamte Spieltempo erschien zwei, drei Takte schneller als ich es vor etwa zwei Jahren mal gesehen hatte.

Professionalität

Einher mit dem Spieltempo konnte ich feststellen, dass die Abläufe und Zuspiele wesentlich akkurater und flotter vonstatten gingen. Hier hat sich einiges getan!

Bissigkeit

Kampfgeist und der Wille zu siegen, war den deutschen Spielerinnen deutlich anzusehen - zumindest in der Zeit von der 79. Minute bis zum Ende.

Junger Nachwuchs

Was die »jungen Wilden« bei Michael Ballack geschafft haben bzw. vom DFB forciert wurde (oder wie auch immer), wird auch bei den Frauen passieren. Die Jungen geben den Ton an, während die »Alten« in jedem Spiel aufs Neue um ihren Platz in der Mannschaft kämpfen müssen.

Ungemein erfolgreich

  • Weltmeister: 2003 und 2007
  • Europameister: 1989, 1991, 1995, 1997, 2001, 2005 und 2009
  • Olympische Sommerspiele: jeweils Bronze 2000, 2004 und 2008

Enorme Entwicklung

Nicht nur, dass ich selbst die Attraktivität des DFB-Frauenfußballs nicht mehr leugnen kann, auch scheinen mir gängig Clichés einfach nicht mehr zeitgemäß. Männer, Bier und Fußball ist als DIE Kombination schlechthin dermaßen archaisch gedacht, dass mir dieser intolerante Blick ganz widerlich aufstößt.

Frauenfußball ist aktuell und spiegelt wider was in der (v.a. wirtschaftlichen) Gesellschaft passiert - eine Stärkung der Frauen (wenn auch z.B. durch eine explizite Frauenquote).

Mir persönlich gefällt es, gegen Frauen auf dem Fußballplatz zu stehen und gegen- oder miteinander zu spielen. In der 1990er Jahren, als ich den Großteil meiner Freizeit auf dem Bolzplatz verbrachte, war das noch undenkbar.

Zuschauen macht Spaß und steckt an

Es sind immer die Tore, an denen man als Fußballer und Fußballerin gemessen wird. Insofern kann ich nur meine ernsthaft große Freude darüber ausdrücken, wie gut die drei Tore gegen Norwegen anzusehen waren. Für eine Frau mit Hummeln im Allerwertesten und dem Drang, Sport zu treiben und professionell in einen Verein zu gehen, kann das die Entscheidung dazu beflügeln.

Die DFB-Frauen machen also vor, wie guter, aktueller und professioneller Fußball aussehen kann. Wie die DFB-Männer sind sie Vorbilder für die heranwachsende Generation und verbreiten den Virus, den man so schnell nicht los wird.

Die Abwechslung macht's

Wie öde ein Länderspiel der Männer sein kann, wissen wir. Klar: Seit der der WM 2010 in Südafrika, ist das Niveau nochmals gestiegen. Dennoch gibt es dröge Spiele, bei denen die Einsatzbereitschaft bei allen Spielern so hoch ist, wie die eines Lukas Podolski aktuell im Nationalelf-Dress.

Umso schöner ist's, wenn man den Frauen zuschauen kann, wie sie mit Elan, Spielfreude und (manchmal ein klein wenig) Unbeholfenheit (dennoch charmant) den Platz als ihre persönliche Spielwiese auserkiesen.

Von den Frauen lernen

Was mir besonders imponierte war die Ausdauer und Geduld, die vor allem die jungen Spielerinnen bewiesen. Es musste erst die 79. Minute kommen, als das erste Tor fiel. Einige Minuten später war das Spiel entscheiden (3:0).

Diese Besonnenheit nehme ich mit als Lesson Learned. Sie würde dem einen oder anderen Fußballmann auch gut zu Gesicht stehen.

Fazit

Ein Hoch auf die Frauen und eine erfolgreiche Verteidigung des WM-Titels!

Ballack Badge - Tribut für eine WM 2010 ohne Michael Ballack!

Ballack_wm2010
Für all diejenigen, die es noch nicht mitbekommen haben: Michael Ballack fehlt bei der WM 2010 durch ein Foul im Finale des englischen FA-Cup zwischen Chelsea und Portsmouth.

Weil es für mich und auch viele andere ein Schock ist, habe ich ein kleines Badge kreiert, das diesem Moment und Ballack selbst Tribut zollen soll. Ich stelle es als PNG-Datei bereit, damit die Transparenz gewahrt wird und es auch zusammen mit anderen Grafiken genutzt werden kann. Auf Anfrage kann ich auch die PSD-Datei verfügbar machen.

Ballack_badge
Wenn ihr euch noch nicht vorstellen könnt, wo man das am besten einsetzt, dann sieht man bei Faceook wohl einen guten Einsatz. Ansonsten bietet das folgende Dummy-Bild einen gewissen Vorgeschmack.

Ballack_badge_wm2010
Die Nutzungsrechte für's Badge gelten nur für nicht kommerzielle Zwecke - (CC: by-nc-sa).

- Auf eine heitere WM 2010 in Südafrika. Mögen unsere Mannen alles geben!