Geld verdienen im Business 2.0 - warum Bricks and Mortar wieder lebt!

Im Rahmen der onlinebasierten Zusammenarbeit im eVideo-Kurs mit verschiedenen Menschen zum Thema »Geld verdienen im Web 2.0« bestand eine Aufgabe darin, eine Top-10-Liste zu entwerfen, wie sich am besten, schnellsten und vielleicht auch am nachhaltigsten ein müder Euro verdienen lässt.

Szenario

Möchte ich im Social Media geschäftlich erfolgreich sein, geht es darum, mit meinem Konzept und der Umsetzung etwas Neues zu bieten. Ausgelutschte Ideen wären mir zuwider und unattraktiv. Der Dienst, die Plattform, oder der Service, den ich anböte, würde folgende Eigenschaften aufweisen, er wäre:

Schlank

...im Bereich des User Interface, der Funktionen und Prozesse.

Einfach

...so wie ein Satz minimal aus SPO besteht, soll auch die Web-Applikation minimal einfach sein.

Sinnvoll

Nichts ist schlimmer als nutzlose Sinnlosigkeit.

Feurig

Mindestens ein heißes Feature, an dem ich mich *verbrennen* kann, muss vorhanden sein.

Konsequent

Trotz aller Euphorie über den Einfluss, den User-Feedbacks, Kommentare, Tweets u.ä. haben können, ist es wichtig, dass der Produzent der Web-Applikation stets die Route fährt, die die Anwendung zu einem besseren Produkt macht. Dass dabei Kunden auf der Strecke bleiben, ist das alltägliche Risiko bei der Evolution von Software.

Vorab

http://www.flickr.com/photos/missshellie/4764185299/

Ein Ansatz, den ich aus REWORK der 37signals entnehme und der für mich als Generalregel gilt, ist sinngemäß folgender:

  • Lerne von bereits Etablierten (Wettbewerbern), vergiss sie wieder und folge dann deinem eigenen Gespür - Copycats sind für den Allerwertesten!

Die pragmatische Top-10-Liste wie man im Social Web Geld verdient

Weil sich Bullet-Points auf Deutsch einfach nicht knackig lesen lassen, führe ich die folgenden Punkte Englisch aus. Jeder Top-10-Punkt ist dabei ein eigener Komplex, der aus vielen Unterpunkten bestehen kann.

1) Focus on your passion

  • Find your niche.
  • Find your topic.
  • Find something you're passionate about.

2) Caring first, cp. [Vay11, p.9f.]

  • Start conversations and join them!
  • Keep your business in the background.
  • Proof your expertise by answering questions.
  • Establish relationships.
  • Make them really like you _NOT_ by pushing only the LIKE button.
  • Make them trust you.
  • Use your »grandfather's DNA«.

2.1) Create something longlasting and helpful

3) »Speak your customer's language« [Vay11, p.233]

4) »Build a sense of community around your brand« [Vay11, p.233]

5) Diversify

  • Expand your topic's focus in a long term.

6) Be patient

  • The faster you grow, the faster you fall - so take your time!

7) Produce!

  • Create content and products around your content.
  • Do not rely on ads only, see 8).

8) Use ad banners in a smart way or avoid them

  • Nobody likes them, but everybodys knows that we need them.

9) Merge traditional and social media business, cp. [Vay11, p.234]

  • Social Media does not replace traditional business, it enhances it

10) Surprise your clients and customers + Stay hungry!

Lesson Learned

Ladengeschäfte (sog. »Bricks and Mortar«) hängen nicht direkt mit dem Social Web zusammen. Vielmehr geht es darum, die Idee und das Ökosystem eines traditionellen Ladengeschäfts aufzugreifen. Wie in Punkt 2 (»grandfather's DNA«) erwähnt, ist es heute _wieder_ wichtig, die Menschen 1:1 zu sehen. Persönliche Bindungen sind wieder wichtig, wie uns das das in Punkt 3 erwähnte Cluetrain Manifesto mit auf den Weg gibt. Beziehungen formen des Web und heutzutage eben das Social Web.

Desöfteren kommt mir in Sinn, dass das Web begrifflich mit dem deutschen »Weben« oder Flechten (man möge mich lynchen, dass ich den Unterschied nicht kenne) verbunden werden kann. Diese Assoziation macht noch deutlicher, dass es ein Prozess ist, der im Web passiert und seine Zeit dauert. Genau wie Beziehungen sich über Jahre festigen, tun es eben auch Cyber-Links.

Quellen

[Vay11] Gary Vaynerchuk, »The Thank You Economy«, 2011

Socialnomics im Business 2.0 - bitte was?

Im ersten Teil meines Fazits möchte ich die Erkenntnisse aus der Arbeit mit der AG »Socialnomics« festhalten. Inhaltlich werde ich dabei größtenteils auf die Abschlusspräsentation am 30.04.11 an der HTW Berlin eingehen.

Was war das Thema?

Socialnomics - also einfach gesagt die ökonomischen Aspekte im sozialen Kontext. Man könnte es auch als Social Business bezeichnen.

Als Einführung in das Thema möchte ich das recht pathetische Video »Social Media Revolution 2011« von Eric Qualman nahelegen.

Was waren die Fragestellungen?

  1. Begriffsklärung - Hintergrund, verschiedene Standpunkte, Eure Interpretation
  2. Inwiefern lässt sich der Begriff auf Eure aktuelle AG-Arbeit überführen? (Herausforderungen, Eure Lösungsansätze, konkretes Vorgehen)
  3. Wo seht Ihr Ansatzpunkte, Euren Begriff mit Business 2.0 zu verbinden?
  4. Welche zentralen Fragestellungen lassen sich von diesen Schnittstellen ableiten?
  5. Mit welchen Themen könnten/sollten sich die nächsten AGs beschäftigen?

Nicht ganz strikt arbeiteten wir die Fragen ab. Stattdessen bildeten wir Kompetenzbereiche, in denen sich eine Person austoben sollte. Diese lauteten immer in Bezug zu Social Media:

  • Definition
  • Personalmanagement
  • Unternehmensinterne Weiterbildung (Videofeature, das nicht transkribiert werden soll)
  • Organisationsstruktur
  • Chancengleichheit
  • Work-Life-Balance
  • Marketing

Erst im zweiten Schritt bezogen wir uns - jeder für sich - auf die einzelnen Fragen.

Was war das Ziel?

Wie bei eVideo-Kursen üblich, ist der Weg das Ziel. Sprich: Anja Wagner (Kreative Leiterin der Weiterbildungskurse) lässt offen, wohin es für uns geht. Allerdings gibt sie uns mit unterstützende Fragestellungen und agiert damit als Facilitator.

Der Output der AG

Vorweg möchte ich auf die zusammenfassende Präsentation in Scribd hinweisen. Sie dient als Zusammenfassung der sogleich dagestellten Inhalte - in grober Form.

http://www.scribd.com/doc/54268001/Socialnomics

Was ist Socialnomics?

In Bezugnahme auf Erik Qualmans »Socialnomics« geht es bei Socialnomics darum, wie Social Media unsere Art zu leben und Business zu machen ändert.

Wie Socialnomics unser Leben ändert

  • Ende der Schizophrenie - man ist also eindeutig!
  • Beginn des Bragadonien-Effekts »Look at me, look at me.«
  • Ende der Glashausgesellschaft

Wie Socialnomics unser Business ändert

  • Sharable-Tendenz: Austausch, der Mehrwert generieren wird
  • Sharing hießt nicht mehr Teilen, sondern der Umgang mit knappen Ressourcen

Social Media und Personalmanagement

  • Personalbeschaffung über Suchmaschinensoftware und Social Media Xing, Facebook, Twitter & Co.
  • Offene Bewerbungsrunden über Facebook organisiert, z.B. Starbucks
  • Talent Communities: Talent Pool mit internen Mitarbeiten und externen Bewerbern, die Informationen in einer Art Personalakte festlegt, z.B. Global Talent GatewayOxendo (das erweiterte Xing)
Social Media und Organisationsstrukturen
Virtuelle Teamarbeit...
  • ...geschieht, ohne dass wir es merken (z.B. Facebook-Posts, die bereits eine Arbeitsleistung darstellen)
  • ...funktioniert asynchron (z.B. Google Doc)
  • ...passiert nicht mehr in einem Raum (praktisch kann JedeR von jedem Ort arbeiten)
  • ...lässt hohen Mobilitätsgrad zu
Organisationsstrukturen und -formen
  • Creative Membership Communities, in denen soziale Beziehungen Teil des Geschäftsmodells werden (z.B. das TED-Konferenznetzwerk, Coworking Spaces, Social Bar Berlin)
Hierarchien
  • These: »Hierarchien in Unternehmen haben keinen Einfluss auf die Onlinekollaboration.« (These)
Fragen, die offen geblieben sind
  • Wie sieht das Führungsmodell in kollaborativen Netzwerken und Teams aus?
  • Welche Organisationsformen und Geschäftsmodelle bieten sich im Business 2.0 an?
  • Wie kann Onlinekollaboration (v.a. von Erwachsenen) in Unternehmen erlernt werden? Was sind Katalysatoren dafür?
Social Media und Chancengleichheit

Social Media und...
  • ...Chancengleichheit
  • ...Diversity
  • ...Gender
These:
»Das Web 2.0 fördert die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.«

These:
»Das Web 2.0 erzeugt aber auch neue (technische) Barrieren.« (z.B. Captchas, Videos ohne Untertitel)

These:
»Das Web 2.0 relativiert Gender-Stereotypen.«

Frage:
Unterstützt das Web 2.0 die Umsetzung von Gender- und Diversity-Aspekten?

Social Media und Work-Life-Balance (WLB)

  • Work-Life-Balance (WLB) ist total individuell - kein Patentrezept
  • Faktisch ist WLB tot!
    • man spricht auch von Profersional
  • WLB im Social Media heißt auch, dass man 24/7 planen muss
    • Social Media kostet viel Zeit
  • WLB muss einmal etabliert werden und immer wieder angepasst werden
    • WLB ist nicht konstant

Social Media und Marketing

Hierbei wurden meiner Meinung nach sehr gute Thesen angebracht, die hier in aller Gänze ausgeführt werden sollen.

#1:
Aus Unternehmenssicht steht am Anfang von Social Media die Erkenntnis, dass die Revolution eine Revolution der Kommunikation – nicht eine Revolution der Unternehmen ist. (sinngemäß, vgl. Paul Greenberg, 2011)

#2:
Für die Kommunikation im Social Web ergibt sich daraus eine Konsequenz:
»Wenn ich in der realen Welt nix zu sagen haben, dann habe ich auch im Social Media nix zu sagen - so einfach ist das.« (Mirko Lange 2011)

#3:
Auf Business 2.0 übertragen müssen Unternehmen verstehen, dass das, was als »Socialnomics« bezeichnet wird, einen einschneidenden sozioökonomischen Wandel beschreibt. (vgl. Eric Qualman, 2010)

#4 (Fazit):
No give, no get.

Es geht im Business 2.0 also nicht in erster Linie um den rein ökonomischen Ansatz - sprich den Austausch von Leistung-Gegenleistung.

Vielmehr geht es um die Schritte, die davor passieren müssen und die letztlich alle auf einem großen Zauberwort aufbauen: VERTRAUEN.

Um Geschäfte im Social Web zu machen, braucht man Vertrauen. Vertrauen braucht Dialog. Dialog braucht Transparenz, Authentizität und relevante Inhalte - und Partner auf Augenhöhe. Nicht Kunden, die Könige sein wollen.

Als Beispiel wurde das auch finanziell erfolgreiche Projekt »Willkommen Wolf« vom NABU genannt. Einem Online-Redakteur vom NABU konnte unser AG-Mitglied dann noch die Frage stellen:

»Welche strategischen Fragestellungen waren in der Anfangsphase wesentlich?«

und bekam folgende Antwort:

»Die Hauptaufgabe ist es, alle an einem Thema Interessierten zusammenzubringen, fachlich richtig zu informieren und langfristig zu Unterstützende zu Aktiven zu machen.«

Wunderschöne Worte zum Ende des Vortrags! ☻

Im zweiten Teil meines Fazits soll es um die Ergebnisse gehen, die wir als AG »Geld verdienen« herausfinden konnten.

Keynote: Getting Sticky Ideas from the Unconscious - by John Cleese and Dan Heath.

Self-titled "very, very old" John Cleese who "will be dead soon" talked about the "Importance of Creativity" at the "Creativity World Forum 2008" conference on 19th of november (CWF2008).

It was his aim to sharing his way of gaining ideas as he wants to "learn something new every day to die best informed", he says humorously.

As I luckily got hold of this video by a good friend I want to summarise it for her - as a to-do list. :)

  • Have a nap - sleep on the problem to work out the solution unconsciously (!).
  • Don't get interrupted - it's destructive for the flow of complex (!) ideas.
  • Be in the right mood via a so-called tortoise enclosure (dt., Schildkrötenhaus), i.e. your oasis

This oasis - being separate from ordinary life - consists of:

  • Boundaries of calm (!) space - avoiding interruption
  • Boundaries of time - having a starting time and finishing time

See the video on Youtube, Garage TV and watch the PDF report (yet another keynote's summary).

What else was at CWF2008?

Dan Heath talked about six principles of sticky ideas being contained in his book "Made to Stick".

A sticky idea is..

..simple.
..unexpected / avoiding compromises.
..concrete / written in sensory language / avoiding generic, abstract words.
..credible.
..emotional.
..told as a story - I like that last one personally! :)

Watch Dan Heath's keynote on Garage TV.

While you watch some more videos of that kind on the official World Creativity Forum 2008 webpage I'll probably start reading "Made to Stick". :)

The Why is the new How is the new What - Simon Sinek about core inspiration

http://www.flickr.com/photos/bertmeert/4655965644/

Simon Sinek about why it's important to convey your business message in explaining what you're aiming at (apart from money making) and what you're driven by, so to say what you're inspired by. Great listening and watching!

The best part is when he tells about his Why-How-What-Circle example about Apple computers:

First, the bad "non-why" way:

We make great computers. They are beautifully designed, simple to use and user-friendly. Wanna buy one?

Now, the better "why" version:

Everything we do, we believe in challenging the status quo, we believe in thinking differently. The way we challenge the status quo is by making our products beautifully designed, simple to use and user-friendly. We just happen to make great computers. Wanna buy one?

As there was once a time (probably in the 1990s) when the plain information was important (the what) the way it shifted (probably three years ago) was to how the information was conveyed. So, there's this new shift explaining why you do what and how you do it. Obviously, this takes more time but the effect is light years away from the conventional addressing.

- Think about it.