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Feist, The Reminder (2007) im Tram-Spiel: Kritisches Musikhören im Berliner ÖPNV

Weil Feist gerade den Überhype bekommt und man nicht drumherum kommt, sie sich mal oder noch mal zu Gemüte zu führen, habe ich das mit ihrem »The Reminder« (2007) gestern Abend auf dem Weg zu einem Meeting gemacht - die Version inkl. Remixes.

Kurz-Kritik

Für die vor allem im Abendverkehr teils laute Tram ist The Reminder für den entspannten Ohrkonsum sehr brauchbar. Nicht einschläfernd, weil langsame Stücke sich mit heiteren abwechseln, eignen sich die Songs auch sehr gut zum zeitweisen Gehen ohne ÖPNV.

Was bleibt, sind gefühlvoll vorgetragene Stücke, die es mir leicht gemacht haben, verhalten nachdenklich, angehaucht optimistisch und leicht verträumt ins Meeting zu gehen.

PS / Trivia

Ihr Cover von »The Limit To Your Love« ist weicher und klingt hoffnungsvoller als das Original von James Blake.

Interessant ist, wie der Gesamteindruck vom Album kippt, wenn man sich noch die Remixes dazu einhört. Sie bilden den tanzbaren Gegenpart und animieren nun wirklich zu rhythmischen Körperschwingungen. Nur mit den Remixes ist das Album komplett!

Deine Meinung!

Was hälst du von Feist's The Reminder? Lahmer Scheiß oder beseelter Ohrbalsam für geschundene Großstadtohren?

Visuelle Eindrücke vom Stattbad Wedding

Am Samstag hatte ich die Gelegenheit, mich im ehemaligen Stadtbad und jetzigen Stattbad Wedding ("STATTMEDIA") umzuschauen. Zu elektronischer Musik und visuellen Laserinstallationen hatte man die Möglichkeit, die ehemalige Schwimmhalle in einer Art U-Boot-Flair zu begutachten. Am meisten Spaß bereitet hatten mir die fünf ausgelegten Musik-Pads zum Draufrummusizieren.

Deutschland verrecke

Eine aktuelle Stimmung wie sie mit der Sicht vom S-Bhf. Warschauer Straße in Berlin wahrzunehmen ist.

Wenn optische Wahrnehmung zur Qual wird

Er war rechts von mir. Er sah gequetscht aus und war nicht schön anzusehen. In seiner Idealform war er frei und weniger platt, beinahe halbrund. In der jetzigen Situation war er aber gefangen, hinter durchsichtigem Glas. Jedes Strecken und Beugen nach vorne schmerzte dem Betrachter - von Ästhetik oder gar weiblicher Schönheit kann keine Rede sein. Ich saß doch einfach nur da, las mein Buch und konnte mich nicht wehren. Ich war Opfer meines Augenwinkels, den ich in seinem jetzigen Umfang gerne auf ein Minimum beschränkt hätte.

- So und nicht anders erlebt am 30.07.2010 um etwa 12:30

Wahrnehmung eines Vietnamesen

Er hieß Ahng*, war höchstwahrscheinlich vietnamischer Herkunft, klein gewachsen und irgendwas zwischen Ende 20 und Mitte 30 alt, genau kann man das nie sagen.

Während er auf Bahn in die Innenstadt wartend lauthals telefonierte, sah er eine Wespe vor sich herumfliegen. Er hob abwechselnd seine Knie, um sie in Fußballermanier zu jonglieren und es nach einem Durchlauf wieder aufzugeben.

Erkenntnis

Vietnamesen erkennt man nicht auf Anhieb (man kann sich auch nicht sicher sein, ob es welche sind), sie sehen immer viel jünger aus als sie eigentlich sind; sie sind im Vergleich zum durchschnittlichen Europäer klein gewachsen, gleichen dies aber mit ihrer Stimmlautstärke aus und können kein Fußball spielen.

Kritik

Schilderungen wie diese demonstrieren wieviele Informationen und Vorurteile in gelebten 15 Sekunden stecken.

- So und nicht anders erlebt am 30.07.2010 um 11:45, *fiktiver Name

Wie subjektiver Journalismus auf kollektives Unbewusstsein reagiert

Die Situationskomik ist derartiger Natur, als dass mein Nebensitzer in der mittäglichen S-Bahn zu Berlin eine gewisse "Bild am Samstag" aufschlägt und ich in C. G. Jungs "Archetypen" verwurzelt bin. Man stelle sich dieses kontrastreiche Bild fotografisch visualisiert und (wertfrei) festgehalten vor.

Jung, der per se recht schwer verdaulich schreibt, im Gegensatz zu dem Sinnbild für die heutige, unmittelbare, unreflektierte und flotte Informationsaufnahme und dem damit verbundenen Wandel der modernen Gesellschaft.

PS: Kurze Zeit später nimmt er Reißaus und setzte sich einen Vierer weiter. Ich vermute aus Angst vor...

- So und nicht anders erlebt am 05.06.2010

Enjoying river & sun at university campus

Right in front the Spree river in Berlin-Schöneweide, lying on the very green grass.

- Enjoy! :)

Von Suff, Schicksal und Sirenen

Ja, ich denke es ist Ironie des Schicksals, dass ein Volltrunkener bei roter Fußgängerampel über die Straße läuft, auf der ein Krankenwagen nahe des KEH in der ersten Spur auf Grün wartet, und provoziert, von den bereits losgefahrenen Autos der zweiten und dritten Spur erfasst zu werden. Doch er wird nur angehupt und entkommt seinem frühzeitigen Schicksalsschlag.

- So und nicht anders erlebt am 30.11.2009

Call for Interactions - eVideo 2.0 ruft zur Interaktion auf!

Für die am 11. Oktober startende eVideo Online-Konferenz 2010 (eok10) suchen wir vorab kreative BerlinerInnen, die sich mit guten Ideen im Hinblick auf webbasierte Interaktion live und online präsentieren möchten.

Wir nennen es den "Call for Interactions" und rufen vor allem Berliner Künstler, Designer, Web- und Medienmenschen auf, Ihre Ideen bis einschließlich 30.06.2010 einzuschicken.

Lesen Sie mehr über die Anmeldung, Einreichung von Ideenskizzen uvm. unter http://evideo.htw-berlin.de/weblog/projekt-evideo/eok10-call-for-interactions/.

Lesen Sie auch was unsere eVideo-Schirmherrin Anja C. Wagner über den Call zu sagen hat und wie sich die eok10 vorstellt.

Offizieller Twitter-Hashtag für die Veranstaltung ist #eok10.

Wir freuen uns über Sie und Ihre Ideen!

Balztanz in der Berliner BVG!

Dass ein Fensterplatz in der wohlig-warmen, klimatisierten städtischen Straßenbahn auch Unheilvolles hervorbringen kann, bewies heute morgen die M8 auf dem Weg zur Uni. Es war dem entspannten - naja eher verschlafenen - Gefühl und den Annäherungsversuchen meinerseits mit der Tram-Innenwand geschuldet, dass ich derart einen Korb bekam, dass man es trotz nur kurz andauernder Liaison mit punktuellem Dauer-Schmerz sehr gut beschreiben kann.

Was war passiert?
Eigentlich genau das was ich gerade poetisch amateurhaft beschrieben habe. Weniger abstrakt formuliert, war es ein nackter Unterschenkel, der es wagte, auf Tuchfühlung mit der wadenhohen Heizung zu gehen. Reichlich unvorsichtig holte ich mir einen ziemlich andauernden Brandstreifen weg, der sich (ohne allzu viel zu übertreiben) in seiner Zündung wie ein Elektroschock anfühlte und nun im herrlich hautfarben-roten Ton meine Wade ziert.

PS: Der im Titel genannte Balztanz bestand übrigens darin, mein linkes Knie beim Schockerlebnis empor zu heben und unbeeindruckt umherzuschauen, ob jemand was gemerkt hatte.

- So und nicht anders heute erlebt, um 07:40 Uhr