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Mein Blog ist am Ende!

In nicht allzu ferner Zeit schließe ich dieses Blog! Möchte jemand einen Artikel nachholen, kann er das bis auf ungewisse Zeit noch tun. Danach ist Pumpe!

Eine Auswahl von Blogbeiträgen wird es aber ins Folgeprojekt schaffen. Die Auswahl hängt vom inhaltlichen Schwerpunkt ab, den ich zeitnah preisgeben werde.

Macht's gut! / 

Aufgabe als Mittel zum Erfolg

Mir fällt öfter auf, dass ich eine Aufgabe erst dann gelöst bekomme, wenn ich sie bereits aufgegeben habe. Es scheint mir, dass sich Körper und Geist beim Aufgeben dermaßen entspannen und Problemlösungsreserven entsprechend freisetzen. Cool! :)

Nicht Muss, sondern Mach!

Als damalige Übung in der HTW Winteruni, ein Wort aus dem Leben zu verbannen, kam ich darauf, Muss durch Mach zu ersetzen.

Wenn ich mir nun überlege, wie oft ich Sachen machen muss, ist das Streichen des Wortes aus dem persönlichen Vokabular nicht nur großer, sondern auch wichtiger Schritt. Durch das Weglassen geht man an jede Muss-Arbeit anders ran - entschiedener, bejahender. Man tut sie einfach, ohne eine negative Muss-Konnotations-Gabel mitschwingen zu lassen.

Potenziell kann das schon ein ganzes Leben ändern, bilde ich mir ein! Statt etwas gezwungen machen zu müssen, drückt man es mit einem freiwilligen Mach so aus. Man sollte sich nur klar machen, wie oft das Muss Einzug in die Alltagssprache gefunden hat. Kein gutes Zeichen, wie ich finde!

Subtrahiert man nun alle Muss-Aktivitäten, sollte das Leben automatisch lebenswerter erscheinen. Ganz so einfach scheint es nicht zu sein, denn manche Verpflichtungen haben (!) zu sein.

- Überlegungen aus der Kiste, welche auch immer.

Filmkritik: Up in the air - wo bin ich zu Hause?

George (Timothy) Clooney spielt einen professionellen "Feuerer" namens Ryan Bingham. Genau, er bekommt Geld dafür, dass er Menschen von ihrem Arbeitsplatz verweist. Trotz der Brisanz, die ein Gespräch mit ihm hat, spricht er scheinbar emphatisch auf die Menschen ein. Mit charmant-seriöser Attitüde wird den Ex-Angestellten ihr Leben nach dem jetzigen bei dieser Firma versüßt.

Dabei nutzt er Standardphrasen, die auch Verkäufer bei ihrer Ausbildung gelehrt bekommen. Scheinbar ist viel Masche dahinter und wenig Herzblut. Ihm - also dem guten Ryan - scheint das in seiner Rolle egal zu sein. Er sammelt fleißig seine Flugmeilen von Kunde zu Kunde, lebt das Leben des ewig Rastlosen und Jet-Lag-iisten. Ziel seiner Reise ist die Zehn-Millionen-Marke an Flugmeilen. Denn dies bedeutet eine tolle neue Plastikkarte und ein Gespräch mit dem Captain der Airline.

Auf dem Weg dorthin merkt man aber seine Selbstbezogenheit und Ignoranz gegenüber anderen - auch seiner Familie gegenüber. Erst als es zur Hochzeit seiner Schwester kommt und er auch eine Frau mitbringt, die er halbwegs seine Freundin nennt, merkt man ein Nerven- bzw. Gefühlskostüm in ihm. Dass seine neue und sehr eifrige Mitarbeiterin und frisch gebackene Harvard-Absolventin Natalie (Anna Kendrick), die er einarbeiten soll und alles auf den Kopf stellen will, ihm nun ins Gewissen redet, ob er nicht doch etwas Ernsthaftes gefunden hätte, zeigt, wie wenig er Verantwortung haben will. Er genießt seine Freiheit!

Ein witziger und zugleich trauriger Moment ist dann wohl der Dialog zwischen ihm und Natalie, den man auch im sehr guten deutschen Trailer sieht:

Sie: Was für eine Art Beziehung ist das denn?
Er: Kennen Sie den Moment, wenn Sie einem Menschen in die Augen schauen und spüren, dass er Ihnen direkt in die Seele blickt, und die ganze Welt wird still?
Sie: Ja!
Er: Gut! Ich nicht.

Nachdem sich das Ergebnis eines Feuer-Gesprächs mit ihm - und ihr als Zuhörerin - später als fatal herausstellt, schmeißt sie ihren Job. Als sie, die an die absolute Liebe glaubte und dann doch von ihrem Freund verlassen wurde, schließlich von der Bildfläche verschwunden ist, bricht dann auch nach und nach die Liaison mit Ryans "Freundin" zusammen. Er besucht sie überraschend zu Hause und findet Vater und Kind vor. Sie hatte ihm 'was vorgespielt und predigte nun, dass er ja gewusst haben müsse, dass es nichts Ernstes sei.

Zwischenzeitlich sah er sich in seiner heilen Flugmeilenwelt gefährdet, nämlich dann als das Fliegen von seiner Firma als zu kostspielig erachtet wurde und man künftig per Video aus der Ferne feuern würde. Da dieser Wandel mit dem Kommen von besagter Natalie eingeführt wurde und nach ihrem Austritt aus der Firma wieder abgeschafft wurde, war am Ende wieder alles beim Alten.

Am Ende sagte die Stimme aus dem Off (Ryans Erzählerstimme) sinngemäß, dass er schön in der Luft segelt während die anderen auf der Erde sich im Bett umdrehen. Ryan, der dauer-beschäftigte und nimmer-satte Geschäftsmann.

Fazit

Wie das Leben an einem vorbeisegelt, wenn man nur in Arbeit steckt und wie man sich dabei überhaupt nicht einsam fühlt, zeigt der Film sehr nah dran an der Realität. Ich für meinen Teil konnte mich mit dem Charakter auch charakterlich gut arrangieren. Nicht zuletzt waren es auch diese Züge, die die letzte Beziehung meinerseits wohl nicht am Leben halten konnten.

Trotz aller Automatismen, die man als Verkäufer - ja sein Job ist damit vergleichbar - gezeigt bekommt, gibt es einen Moment, wo Ryan wirklich empathisch wirkt. Dabei geht es darum, dass sich ein jetzt Angestellter als damaliger Student für's Kochen brennend interessierte und wegen des Geldes aber diesen Traum des Koch-Seins aufgab. Die anfängliche Wut über den Rauswurf war nach Ryan's Erwähnung dieses alten Ziels wie verflogen. Das war ein starker - vor allem emotionaler - Moment.

Insgesamt ist "Up in the air" ein Film aus dem Leben. Sehr authentisch, gespielt von einem charismatischen George Clooney und einer zwar übereifrigen aber immerhin nicht eiskalten Anna Kendrick, die zeigt wie man wirklich emotional reagieren müsste, wenn man diesen Job ausführt.

Am meisten hat mich aber überrascht, wie nachdenklich der Film eigentlich erzählt wird. Ich hatte es zunächst mehr als Erfolgsfilm eines immer reisenden Geschäftsmannes verstanden. Dennoch war ich positiv überrascht. Der Wiederguck-Faktor liegt bei mindestens zwei! Meine persönliche Wertung liegt bei 96% - dem sogenanntem "heart score".

PS: Der Film ist nicht mehr so ganz taufrisch im Kopf (am 03.05.2010 gesehen!), aber durch den Trailer werden die wichtigsten Aussagen ziemlich gut wiederbelebt.

- Stats: 40 min pures Schreiben!

Aktueller Zeitgeist: Multitasking ist out!

Mit diesem Artikel bewerbe ich das Unwort des Jahres 2010: "Social Media Stress".

Nachdem auch schon in den Neunzigern - gerne auch scherzhaft - immer wieder dieses Mehrere-Dinge-Gleichzeitig-Tun thematisiert wurde und es scheinbar bis heute Bestand hat, möchte ich für mich konstatieren, dass mein aktueller Zeitgeist mir mitteilt, dass immersives Konsumieren von Inhalten mir mehr bringt als extensives Serendipity-Klick-und-Konsum-Verhalten. Letzteres ist momentan vor allem verstärkt durch den Twitter-Informationskanal - in Verkörperung von der Software TweetDeck.

Der gestrige FAZ-Artikel "Facebook ist Selbstprostitution" bestätigt diesen Eindruck. Dabei meint der Psychologe Ernst Pöppel im Interview:

Der Mensch kann sich immer nur auf eine Sache konzentrieren. Multitasking ist streng genommen grober Unfug und unmöglich[...].

Weiterhin spricht er davon, seine Ich-Stärke, "nicht auf jede E-Mail sofort zu reagieren, auch wenn es vielleicht erwartet wird.", aufzubauen.

"Solange die Informationen nur durch einen hindurchlaufen", heißt es weiter ", ohne verarbeitet und verankert zu werden, sind sie nichts wert und verursachen ausschließlich Stress. Dann entsteht kein Wissen, alles bleibt blass."

Nun ist es an einem selbst, sich wirklich auf einzelne Sachen zu konzentrieren. Ich gebe zu, Tools wie Instapaper oder LaterLoop helfen, scheinbar mehr Multitasking (oder doch eher Prokrastination?) zu betreiben. Allerdings können sie bei einer immer länger werdenden Liste von Links eben genau den von Professor Pöppel besagten Stress aufkommen lassen. Denn im Hinterkopf schlummert der Gedanke "Das muss ich alles lesen." An diesem Punkt sollte man einfach lernen, "Pfui!" zu sagen.

Interessant ist in dem Kontext, dass man ganz schnell bei GTD - Getting Things Done - landet, ein vor allem US-amerikanisches Modewort, das ein ganze Industrie von Tools und Software auf den Schirm gerufen hat und rufen wird. Es gibt dabei komplexe Web-Tools wie Toodledo oder das schlankere Tool Remember The Milk, was ich bevorzuge. Andererseits stellt "Now Do This" einen schönen Kontrast zu dem allzu vollgestopften Übersichten zuerst genannter Tools dar, das ich empfehle, wenn man gerade wirklich verzweifelt ist und nichts hinbekommt - sei es aus persönlicher Ausgebranntheit oder fehlender Antriebsfeder (Motivation). Die Zeit, in der man sagte, man sei zu beschäftigt (am frühen Anfang des 21. Jahrhunderts), ist genauso old-fashioned wie Multi-Tasking selbst.

Randnotiz: Ob Fashion nun aber das richtige Wort in dem Zusammenhang ist, bleibt fraglich, da dessen Konnotation etwas nur Temporäres (eine Saison, sprich: 4 Monate) impliziert.

Wenn man das viele Beschäftigt-Sein nun nicht mehr in den Griff bekommt und Dinge erledigt, um weitere Dinge erledigen zu können - ich meine nicht Einkaufen gehen oder sowas - dann ist wohl ein "Personal Kanban" die richtige Methode, um festzuhalten, was man täglich oder wöchentlich geschafft hat. Es ist zwar schön, zu arbeiten, fleißig zu sein, gebraucht zu werden und einen Beitrag zur Gesellschaft...ehm...BIP zu leisten. Aber viel schöner ist es, wenn man auf das zurückblicken kann, was man bereits geschafft hat, ohne dabei allzu nostalgisch, schwelgerisch oder selbstschwärmerisch zu werden.

PS: Just als ich diesen Artikel verfasste, sah ich in meiner Inbox eine neue Mail eintrudeln. Und richtig: Ich habe mich dazu hinreißen lassen, sie zu lesen. Dennoch werde ich nicht sofort antworten und zunächst den hiesigen Artikel zu Ende schreiben. *ohh* das Handy klingelt - rangehen? Die Antwort: Ja, ich bin rangegangen. Aber nur, weil ich zuvor angeklingelt hatte und ich selbst etwas von der Person wissen wollte.

Fazit

Was ich aus diesen Gedankenspielen lerne, ist, sich auf die Zeit weit weg vom Informationszeitalter zu besinnen. Früher waren die Menschen genauso intelligent wie heute, nur hatten sie damals das Glück, "echter" (also weniger abstrakt) leben zu müssen. Mein Kopfkino zeigt mir einen in seiner Holzhütte sitzenden Dichter, der, mit einem Glas Rotwein in der Hand aus seinem Fenster der Dämmerung entgegenblickend, seine Verse schreibt.

Merke: Bücher sind wohl das Heilmittel der Informationskranken, und dann eben kein digitales aus dem iPad, sondern ein gedrucktes Werk. Denn damit kann man garantiert nur so viel Tasking betreiben wie das Buch zulässt.

- In dem Sinne, ein fröhliches Schaffen!

Der Unterschied zwischen Profis und Nicht-Profis

Der Unterschied zwischen Profis und Nicht-Profis besteht darin, dass Erstere während der Problemlösungsphase nach Lösungswegen suchen. Letztere hingegen beschäftigen sich zur gleichen Zeit mit völlig anderen Dingen. Am Ende kommen sie zum gleichen Ergebnis. Es ist nur eine Frage der Zeit bis ein Problem gelöst ist. Oder anders formuliert: Betrachte ein Problem als gelöst und warte darauf bis es sichtbar wird, ergo Probleme sind per se als latent gelöst zu betrachten.

- originär verfasst am 08.12.2009 auf dem Nokia E51

Grüner Winterdienst im weißen Schnee

Ist iwie unterhaltsam wie ein kleines grünes Fahrzeug des Winterdienstes selbst Opfer des Schnees wird. Mit lustig anzuschauenden Schaukelbewegungen, schafft er es fünf Minuten lang nicht aus dem Schnee. Sichtlich bemüht ging er zu Werke. Ob es noch mehr Zuschauer wurden, die von der Straßenbahnhaltestelle zusahen, ob der mittelgroße Mickey Tours doch noch helfend eingriff und ob sich zur Schadenfreude doch noch Mitleid in meine Gefühlswelt hinzuschlich, wage ich nicht zu bezweifeln. Meine Bahn kommt - die 37 Richtung Uni. Ab rein da und schön winke winke mach zum grünen Winterschneemann.

Zeitstempel: 03.02.2010, 09:30 (Allee der Kosmonauten, Rhinstr.)

Lieber selbstständig am Existenzminimum als mit Hartz IV

Nur-Titelaussagen sind cool!

Hintergrund: Im Radio Fritz von einem Hörer am 15.12.2009 gehört.

Diese These erscheint in der regelmäßig befüllten Kategorie "7/8" (Seven Eight). 7/8 hinterfragt das Offensichtliche und Verborgene. Es ist eine Aktion gegen die zunehmende Oberflächlichkeit! 7/8 lehnt sich begrifflich an Hemingways sieben Achtel des Eisbergs.