Dekadenz: Die Flucht in's Verderben [ausführlich]

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Wenn ich mir heutzutage anschaue, wie die Menschen ihr Leben führen und es mit denen der Urzeit vergleiche, fällt mir besonders auf, dass Letztere vor allem "greifbarer" zu Werke gingen. Sie nahmen Dinge in die Hand, feilten, spitzten, jagten, erlegten, rannten und kamen erschöpft nach Hause. Der körperliche Schwerpunkt des damaligen Lebens ist nicht von der Hand zu weisen, genauso wenig wie der zentrale Kampf um‘s Überleben.

Der Mensch von heute ist nicht hundertprozentig das Gegenteil, aber einige Exemplare (mich eingeschlossen) kommen sehr nah ran. Für nahezu alle Beschäftigungen benutzen wir Werkzeuge, die in der heutigen Informations- und Wissenstransfergesellschaft vor allem aus abstrakten Dingen wie Computernetzwerken, Daten und binären Einheiten bestehen. Existentielle Nöte kennt man heute nur, wenn man einen Ausschluss aus der Gesellschaft befürchten muss.

Im Studium der Medieninformatik höre ich quasi permanent von Abstraktionsschichten ("Layern"), die Hardware und Software abstrahieren. Es wird dann auch so abstrakt, dass ich mir mein Gehirn nur noch abstrakt vorstelle und schließlich mein ganzer Körper zu einem müden Abstraktum mutiert. In meinem Praktikum in Neuseeland hatte ich glücklicherweise die Möglichkeit auch mal Reißaus zu nehmen und mich den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zu widmen: Reisen und überleben.

In einem planlosen 3-Tages-Trip auf Great Barrier Island kam ich vor einer mitten im Baumdickicht befindlichen Holzhütte dazu, die Axt zu schwingen, um Holz zu hacken. Es war mein erstes Mal und es fühlte sich gut an. Überhaupt war ich viel "physischer" drauf - der permanente Backpack auf dem Rücken war dabei schon mein mit mir verwachsener ständiger Wegbegleiter. Richtig ungefährlich war der Trip nicht. Nachts hörten wir bei unserem Freihimmel-Schlafen bedrohliche Tiergeräusche, die mich ernsthaft aufschreien ließen. Tagsüber hielt der Aufstieg zum circa 620 Meter hohen Mount Hobson teils reichlich glitschige Etappen bereit, die mit Handgepäck noch um Einiges "interessanter" wurden. Später war der Weg hinab mit sehr schmalen (und noch immer nassen) Pfaden dann fast noch lustiger - Arschbomben auf hartem Boden mitsamt eigener Körperbeschleunigung - wegen des Gefälles - sind eben mindestens eine Erfahrung wert.

Was ich sagen will: "Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen", ist nicht nur ein schönes Märchen der Gebrüder Grimm, sondern passt auch zu dem, was manche Menschen dem Protagonisten gleichtun sollten. Die (intrinsische) Ur-Erfahrung, so würde ich sie bezeichnen, ist die, bei der man auf sich alleine gestellt ist und sich selbst unmittelbar erlebt. Menschen aus den mitteleuropäischen Kreisen & Co. neigen aber dazu, nur im abgesicherten Raum Ihre Erfahrungen zu machen - z.B. mit einem einschlägigen Führer.

Es wird nicht mehr anerkannt, inwiefern man über sich selbst hinauswächst, sondern was man sich kommerziell zu Eigen machen oder temporär gebrauchen kann. Aus einem direktem "Fressen und gefressen werden" von Angesicht zu Angesicht wird ein feiges, verweichlichtes "Erwerben und erworben werden", das nur nach außen hin Glanz und Gloria ausstrahlt, im Inneren aber mindestens so widerlich anzuschauen ist wie ein halb verspeister Tierkadaver der Urzeit.

Statt Dingen auf den Grund zu gehen, wird fein drübergeschminkt - Fassade ist die neue Façon. Fake ist die neue Währung. Je mehr du davon hast, umso höher ist dein Ansehen in der Gesellschaft und dein Marktwert - so sieht der heutige Kampf um Existenz und Überleben aus.

Empfehlenswert, wenn auch schwer verdaulich, ist C. G. Jungs "Archetypen" (Amazon).

And I'm feeling...bad / Antithesis to Michael Buble

As a matter of fact I'm not feeling good those days. This is why I've created (actually long before now!) this simple but expressive piece of cut paper. I would call it the UNOFFICIAL BAD SIGN aka The Sign for Being / Feeling / Looking / Smelling Bad.

Explanation: If you can't guess the sign's meaning, it shows a mouth puking something. The special thing is that it's made out of a single piece of square paper out of those typical piles. It was actually dedicated for a bad flyer being glued on my room's wall - that's where the arrow titled "BAD" comes into play.

For the ones feeling anti-bad listen to Michael Buble.

Slow Mobility @ergoLiner - Grün und langsam mit dem Fahrrad voran!

Inspiriert durch Manuel Wehltes Blogeintrag zur Slow Mobility-Bewegung, die wohl aus der Schweiz kommen soll, habe ich eine weitere Variante seines Signets entworfen.

Hier zunächst Manuels Version.

Slow-mobility

Er erklärt seine Grafik so:

Durch das Bike kommt der Gedanke der “langsamen Mobilität” in unserer Gesellschaft einfach besser rüber. Die Farben “Grün” (Umweltgedanke) und “Orange” (Leben, Freude) passen auch gut miteinander.

Nun, meine Version.

Bei meiner Variante ging es mir darum, dem Inhalt etwas mehr Leben einzuhauchen und "natürlicher" zu wirken. Auch habe ich versucht, die drei Punkte mit dem Text zu verknüpfen - die Punkte lagen meiner Meinung nach vorher etwas "wertlos" herum.

Kennt man Slow Mobility? Ich kannte es vorher nicht, aber finde den Namen und die Idee gut. Bereits 2008 hatte ich mit meinem Twitter-Hintergrund und dem dortigen Claim etwas Ähnliches ausgedrückt.

Slow is the new fast.

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- Fröhliches Radeln ;)

Gegen Musik aus der Konserve

Wenn jedes Lied gleich klingt und immer wieder artverwandte - weil erfolgreiche - Patterns verwendet werden, macht Musik (hören) keinen Spaß mehr. Genau dann spreche ich von Musik aus der Konserve!

Die Abwechslung macht's.

- Die obige Grafik ist eine Wiederveröffentlichung und wurde bereits im WWI-Podcast Folge 5 vom 5. April 2008 verwandt